Alleinerziehend mit Mann? Sollte der Mann mehr im Haushalt helfen, obwohl Mama nicht arbeiten geht?

Entweder mache ich etwas falsch, oder… keine Ahnung. Jedenfalls siehts bei mir zu Hause nicht immer so aus, wie man es im Fernsehen kennt oder wie man es bei anderen Familien sieht, bei denen man auf nen Kaffee zu Besuch ist. Bei mir steht nicht jedes Deko-Teil an seinem Platz, natürlich perfekt vom Staub befreit, bei mir sind nicht die Fenster immer fein säuberlich geputzt und auch in meiner Küche, im Bad und im Wohnzimmer sieht man ganz klar, dass hier gehaust wird, und die Möbel nicht nur als Deko wie im Möbelhaus rumstehen… Um dieses „mein Haushalt ist trotz Kind perfekt-Image“ zu behalten, müsste ich meine Alida täglich vernachlässigen… Also werd ich mal Tacheles reden, wie es wirklich ist:

Früher sagte ich immer „das bisschen Haushalt, das mach ich doch gerne, vor allem wenn ich Familie hab…“

Ich mache meinen Haushalt immer noch gerne, ich bin zu Hause, ich habe „nur“ ein Kind ich habe noch zwei Jahre Elternzeit… genüüügend Zeit den Haushalt zu schmeißen…

Wirklich?

Ein ganz normaler Tag sieht folgendermaßen aus: Morgens zwischen 6 und 8 Uhr stehe ich mit Alida auf, ziehe uns beiden an und wir frühstücken zusammen. Meistens zeigt sich hier schon deutlich, ob Alida nen guten oder schlechten Tag hat. Nach ner Runde spielen und „Mama darf nicht mal den Frühstückstisch leer räumen, ohne dass ich wie ein Äffchen am Bein klebe…“ gehts zum Spazieren, Einkaufen, Arzttermin oder what ever. Nach ihrem ersten Schläfchen folgt das Mittagessen. Jetz kann es sein, dass ich Glück habe und Alida hat lange genug geschlafen dass ich zu Hause aufräumen kann UND sogar ihr Essen machen kann (der Thermomix is da wahrlich eine Hilfe). Meistens haben wir jetzt bereits zum zweiten mal den Staubsauger „aufgeweckt“ weil sie mit ihrer Semmel grundsätzlich durchs ganze Wohnzimmer läuft… Alle Versuche es zu unterbinden sind kläglich gescheitert. Nachmittags fordert sie mich wo sie nur kann, sollten keine Termine mehr anstehen (und ich bin leider viel unterwegs) gehts wieder nach draußen, schließlich will ich kein Kellerkind großziehen. Sie schläft auch da meistens im Buggy noch ein… uff…

  • Zeit zum Durchatmen
  • Zeit zum Aufräumen
  • Zeit für die Wäsche, den Geschirrspüler, das Bad putzen und überhaupt…
  • Die Überbleibsel vom Vorabend erst mal beseitigen.

Aber… Nein… Ich setze mich hin, ich gucke in mein Handy, ich lege eine kurze Pause ein… Noch immer spüre ich imaginär Alidas Klett-Versuche und höre sie quengeln… Schon werd ich aus meinem „Träumen“ gerissen: Die Katze… Die Katze miaut vor Hunger, einmal, zweimal, ich werde krantig weil er mir sie aufweckt und da hör ich es schön: „memememe…ahhhhhh“ mein Baby… sie ist wach…  Wieder wird gespielt und bespaßt bis der Papa nach Hause kommt. (Sie ist wirklich ein sehr umgängliches Mädchen, wenn ihr nicht langweilig ist) Die Spiele gehen weiter, sie liebt es mit dem Papa zu spielen: ABER NUR, WENN SIE MICH SIEHT… Viele Versuche jetzt in Ruhe das Abendessen zu kochen, jetz vielleicht den Haushalt des Tages (und die Tage davor) abzuarbeiten scheitern… Also gibts im Moment viel Essen von auswärts (nicht, dass ich was dagegen hätte, aber es ist hald nicht so geldbeutelfreundich)… Alida hat Hunger, Alida wird gebadet, Alida wird bettfertig gemacht, der Papa räumt die Spielsachen weg und widmet sich seinem TV oder seiner Playstation…

Hat Alida tagsüber nicht lange geschlafen, schläft sie schnell in ihrem Bett ein. Meistens kommts aber vor, dass ich 1-2 Stunden bei ihr bleiben muss… Nicht, dass es mich stört, ich liebe es mein Mädchen in den Schlaf zu begleiten, aber oft muss ich kämpfen, nicht selber dabei einzuschlafen… Nicht zu vergessen, das ich immer noch nachts 1-2 mal aufstehen muss weil Alida da noch ihr Fläschchen braucht. (Hatten wir aber einen anstrengenden Tag und sie ist überreizt, ist das alles andere als lustig und entspannend). Meistens ist es ca 21 Uhr und ich komme ins Wohnzimmer: Feierabend.

Feierabend? Von wegen, jetzt wird die eine oder andere Mama schon schmunzeln. Da liegt die Bügelwäsche, überhaupt die komplette Wäsche aufgeteilt in kleine Häufchen vor der Waschmaschine (das beherrscht mein Mann gut) ich sollte duschen, das Geschirr wartet, ich hab Hunger, die Katze ebenso wieder, die Pflanzen knicken ein weil ich sie wiedermal vergessen hab zu gießen, die Überbleibsel vom Tag liegen irgenwie immer noch rum und der Papa liegt auf der Couch und guckt TV… schließlich muss er sich ja vom anstrengenden Tag erholen… (Das ist jetz nicht ironisch gemeint).

Diesen Monat hat auch mein Mann die lang ersehnte Elternzeit, ich atmete auf: Schließlich hab ich endlich genügend Zeit für den Haushalt, während er sich mit Alida beschäftigt…

Ok, irgendwie ein bisschen ist es auch so. Er beschäftig sich tatsächlich mit Alida, spielt mit ihr, schmeißt Wäsche in die Maschine und macht seine berühmten Wäschehäufchen davor, bis Alida feststellt, dass ich zu Hause bin… Sie lässt nichts unversucht, dass Mama doch mit ihr spielt, mit ihr raus geht, sie zum Einkaufen oder zu den Terminen mitnimmt… Die Wäsche, die mein Mann in die Maschine geworfen hat wartet immer noch darauf, dass sie aufgehängt wird, die schmutzigen Teller, die er in die Küche getragen hat haben leider auch noch nicht gelernt selbstständig in die Spülmaschine zu klettern und die Katze hat mittlerweile schon den fünften Napf da stehen und weiss vor lauter Auswahl nicht was er fressen kann, also frisst er gar nix und bei uns sieht es aus, als hätten wir fünf, statt eine Katze. Aber jetzt ist alles kein Problem: Mittag schläft Alida, Papa ist zu Hause, Papa hilft einfach und räumt unsere anderen Überbleibsel weg…

Abends um 21 Uhr stell ich dann fest, dass ich auch in diesem Monat irgendwie alleinerziehend trotz Ehemann bin…

Versteht mich nicht falsch! Ich mache immer noch gerne den Haushalt für meine Familie und mich, ich bin gerne 24 Stunden für meine Tochter da, ich verlange nicht mal, dass mein Mann mir großartig hilft: Es würde manchmal schon helfen, dass er nicht mein zweites Kind ist. Ich habe nicht bedacht, dass mit der Elternzeit meines Mannes auch zu Hause mehr Unordnung herrscht…

Ich habe also die letzten Tage das selbe wie er gemacht: Nichts… gar nichts. Ich habe einfach alles liegen und stehen gelassen… Jetz kamen schon die Sprüche, wieso keine T-Shirts mehr gebügelt sind, wo denn die Lieblings-Jeans ist, was wir denn zu Abend essen und so weiter… zugegeben: Es wurde hier und da peinlich wenn Besuch da war. Es war mir schlichtweg egal. Da liegt jetzt schon mal das eine oder andere Kleidungsstück mehr rum, Alidas Bausteine (die echt schmerzhafte Stolperfallen sind), und nein, ich bin nicht überfordert, auch ich habe Elternzeit, nicht Hausfrauzeit! Heute aber der große Knall… Ich hoffe er weiss jetzt was ich den ganzen Tag mache… Auch mein Tag ist anstrengend…

Wie ist das bei euch? Macht ihr alles alleine, hilft euch euer Partner oder seit ihr als Alleinerziehende sowieso in dieser „Lage“?

Liebe Grüße,

eure Dani

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